Digitaler Abdruck statt Würgereiz: Intraoralcans in der smarten Zahnmedizin
Für die passgenaue Planung vieler Eingriffe im Kieferbereich muss das Gebiss eines Patienten detailgenau erfasst werden. Früher gab es dafür keine andere Möglichkeit als das Anfertigen eines klassischen Zahnabdrucks. Das ist aufwändig. Bewegungen können zu Fehlern führen. Und was Patienten noch mehr stört: Die Abnahmeprozedur mit Spachtelmasse ruft bei vielen Würgereiz hervor. Mit einem digitalen Scan lässt sich das vermeiden.
Digitaler Scan statt anstrengendem Abdruck
Beim klassischen Zahnabdruckverfahren wird eine erhebliche Menge an kalter Spachtelmasse im Mund des Patienten platziert. Sie muss dort minutenlang verbleiben, damit sie aushärtet. Auf Basis des genommenen Abdrucks wird ein individuelles Kiefermodell erstellt. Schmerzhaft ist eine solche Abnahme nicht. Und doch kann sie unangenehm sein. Es kommt häufiger vor, dass Patienten dabei einen Würgereiz bekommen. Gleichzeitig kommt es darauf an, das Gebiss in entspannter Haltung zu lassen. Der Abdruck und die Bissposition sollten schließlich nicht verfälscht werden. Da sich das alles schwieriger gestaltet, kann der Zahnarztbesuch sich schnell in die Länge ziehen.
Glücklicherweise hat sich in der Zahntechnik in den letzten Jahren viel getan. Seit einigen Jahren gibt es eine Alternative zum alten Abdruckverfahren. Zahnarztpraxen mit einem Intraoralscanner können das Gebiss digital scannen. Ein Verfahren ohne Spachtelmasse im Mund und ohne Würgereiz. Sie fragen sich, was ein Intraoralscanner ist? Dem Aufbau nach handelt es sich um einen kleinen Stab mit einer Kamera, der für Fotoaufnahmen in den Mundraum eingeführt wird. Komplett ohne Berührung des Kiefers werden viele Fotoaufnahmen des Kiefers gemacht. Das dauert nur Sekunden und keine Angst: Schlucken oder auf das Gerät beißen müssen Sie beim Intraoralscan nicht.
Der Ablauf beim digitalen Scan – so geht es ohne Würgereiz:
1. Informationsgespräch über das Verfahren
2. Zahnreinigung zur Vorbereitung
3. Scanner wird berührungsfrei durch den Mund geführt
4. Scanner macht Aufnahmen und überträgt diese an den Computer
5. Software erstellt am Monitor ein 3D-Modell
6. Arzt kann damit planen und Planung mit Patienten besprechen
7. Digitalscans können an Zahntechniklabore übermittelt werden
Software wertet Aufnahmen aus und erstellt einen digitalen Abdruck
Ein weiterer Vorteil der digitalen Abdrücke: Nach der Aufnahme muss nicht erst ein Gebissmodell vom Abdruck erstellt werden. Auf Basis der Fotoaufnahmen erstellt Computersoftware ein Kiefermodell. Das funktioniert mit wenigen Klicks. Dem behandelnden Zahnmediziner und dem Patienten liegt der digitale Abdruck ohne Würgereiz und ohne Zeitverzug am Monitor vor. Die Software erstellt ein 3D-Modell, mit dem der Zahnarzt planen kann. Bewegungsabläufe des Kiefers lassen sich nach Bedarf mit solchen Scans erfassen.
Dass der Patient beim Abnehmen keine Spachtelmasse im Mund hat und kein Würgereiz vorliegt, wirkt sich auch auf die Qualität der digitalen Abdrücke aus. In vielen Fällen sind sie weniger anfällig für Fehler. Zahnärzte können mit ihnen kleinteiliger planen. Und sie können über die Aufnahmen verfolgen, was für Veränderungen im Laufe der Zeit passieren. Die digitalen Abdrücke ohne Würgereiz werden deshalb gerne eingesetzt, um die Ergebnisse von Zahnbehandlungen einzuschätzen oder für eine professionelle Vorsorge. Da der Abdruck schnell und problemlos möglich ist, wird er häufiger verwendet.
Für diese Einsatzbereiche sind digitale Scans enorm hilfreich:
– individueller Zahnersatz und passgenaue Implantologie
– Diagnostik bei Kieferfehlstellung oder Zahnerkrankungen
– Planung restaurativer zahnmedizinischer Eingriffe
– Behandlung von Kieferfehlstellungen durch Zahnspangen
– professionelle Vorbereitung kieferchirurgischer Eingriffe aller Art
Scans ohne Würgereiz lohnen sich nicht nur für Angstpatienten
Prinzipiell ist der digitale Scan eine Privatleistung. Viele Patienten, die Würgereiz vermeiden möchten und eine bestmögliche Zahnbehandlung wünschen, entscheiden sich heute bewusst für digitale Abdrücke. Sie sparen sich unangenehme Stunden beim Zahnarzt. Und sie gewährleisten, dass der behandelnde Arzt die bestmöglichen Informationen über den Kiefer erhält. Mit modernen 3D-Scans lassen sich kleine und große Maßnahmen noch besser vorausplanen. Die Scans können abgespeichert werden. Falls später noch ein Scan gemacht wird, können Entwicklungen der Kieferstellung und der Status der Zahngesundheit optimal verfolgt werden.
Falls Sie Ihren Nachwuchs zum Zahnarzt begleiten und eine Behandlung mit einer Zahnspange geplant werden soll, können die digitalen Abdrücke einen Unterschied ums Ganze machen. Denken Sie daran, dass gerade junge Patienten schnell einen Würgereiz beim klassischen Abnahmeverfahren entwickeln. Eine solche Zahnarzterfahrung mit Würgereiz kann im schlechtesten Fall Angst vor Zahnarztbesuchen auslösen und dazu führen, dass Menschen ihre Mundhygiene vernachlässigen. Bei digitalen Scans ist die Abnahme dagegen unproblematisch und innerhalb kurzer Zeit erledigt. Die Scanner arbeiten mit Bildaufnahmen. Eine Belastung durch Strahlen oder ähnliche Dinge gibt es ebenso wenig wie Bohren, Würgereiz oder schmerzhafte Berührungen.


