Implantate bei Diabetes mellitus

Diabetes ist eine der großen Volkskrankheiten in Deutschland. Etwa 8 % der Bevölkerung hat einen diagnostizierten Diabetes, die Dunkelziffer ist deutlich höher. Gerade ein nicht diagnostizierter oder schlecht eingestellter Diabetes kann bei Zahnimplantaten zu Problemen führen. Lassen Sie sich hiervon jedoch nicht entmutigen, denn beim Einhalten bestimmter Maßnahmen ist auch das Einsetzen eines Implantates durch einen erfahrenen und kompetenten Implantologen bei Diabetikern möglich und sicher.

Zahnimplantate möglich – Vorsichtsmaßnahmen einhalten

Der größte Feind für ein Zahnimplantat ist eine Entzündung im Mundraum. Diese führt dazu, dass ein Implantat nicht korrekt heilen kann bzw. es eventuell überhaupt nicht einheilt. Bei Diabetes kann es durch erhöhte Blutzuckerwerte unter anderem zu einer Parodontitis kommen. Durch diese Entzündung im Mundraum können die Implantate schlechter einheilen. Daher ist die korrekte Einstellung des Blutzuckers sowie dessen engmaschige Kontrolle im Rahmen einer Behandlung in der Implantologie unabdingbar.

Des Weiteren kann je nach Gesundheitszustand und Dauer des Diabetes die Knochenneubildung vermindert sein. Für ein Zahnimplantat bedeutet dies konkret, dass die Einheilung in den Kieferknochen unter Umständen problematisch sein kann. Hierzu trägt unter anderem die verminderte Aufnahme von für den Knochenaufbau benötigtem Kalzium bei. Diesem Umstand kann unter anderem durch eine medizinisch induzierte und verordnete Gabe von Vitamin D entgegengewirkt werden. Ist bei Ihnen bereits vor dem Einsetzen eines Implantates zu wenig Knochensubstanz vorhanden, muss zunächst ein Knochenaufbau stattfinden, um dem Implantat einen sicheren Halt bieten zu können.

Ein Ausschlusskriterium für ein Implantat kann ein manifestierter Diabetes sein. Dieser kann durch seine Dauer oder eventuell auch ungenügende Behandlung bereits zu Folgeerkrankungen wie einer Niereninsuffizienz oder Netzhautstörung geführt haben. Diese Folgeerkrankungen können ein Hinweis auf eine beeinträchtige Heilungsfähigkeit des Kieferknochens sein.

Das Vorliegen eines Diabetes sollte für Sie jedoch kein generelles Ausschlusskriterium darstellen, sich mit dem Thema Zahnimplantate zu beschäftigen. Denn der aktuelle wissenschaftliche Stand der Implantologie und Diabetologie ermöglicht das Einsetzen eines Implantates unter der Einhaltung bestimmter Vorsichtsmaßnahmen.

Werden alle Faktoren berücksichtigt und gibt es keine weiteren medizinischen Ausschlusskriterien, sind die Verlusthäufigkeiten und Einheilungsschwierigkeiten bei diabetischen und nicht-diabetischen Personen nahezu identisch.

Kontrolle ist wichtig – so funktioniert das Zahnimplantat bei Diabetikern

Heutzutage stellt ein Diabetes für Sie kein generelles Ausschlusskriterium für ein Zahnimplantat dar. Es müssen jedoch bestimmte Regeln eingehalten werden, um Risiken zu minimieren und den Erfolg der Behandlung zu steigern. Die wichtigen Regeln sind hierbei:

1. Auf Mundhygiene achten. Möglichst regelmäßige professionelle Zahnreinigung zur Unterstützung.
2. Gut eingestellter Diabetes.
3. Regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte.
4. Kein Vorliegen weiterer Erkrankungen, die zu einem Ausschluss führen.
5. Kontrolle der Knochenneubildung.
6. Anschließend engmaschige Kontrolle der Wundheilung.

Immer dran bleiben – Nachsorge nicht vergessen

Damit das Implantat auch bei einem vorliegenden Diabetes optimal einheilen kann, ist es wichtig, dass anschließend noch mehr Fokus auf die Mundhygiene gelegt wird. So kann eine Entzündung während des Heilungsprozesses verhindert werden. Zu dieser Nachsorge zählen neben der sorgfältigen Mundhygiene zu Hause auch die regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt sowie die professionelle Zahnreinigung. Alle diese Maßnahmen unterstützen den optimalen Heilungsprozess Ihres neuen Implantates.