PROSEC: Symposium zu keramischer Implantologie

Zu Beginn des Jahres veranstaltete das Netzwerk PROSEC (Progress in Science and Education with Ceramics) ein Symposium. Ca. 120 zahnmedizinische Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen nahmen daran teil. Neben anderen Themen erwartete man mit besonderem Interesse die Präsentation einer Studie. Diese hatten über einen Zeitraum von fünf Jahren parallel zwei Universitäten durchgeführt. Die Forschungsergebnisse gaben Auskunft über das Gebiet der keramischen, das heißt metallfreien Implantologie. Wissenschaftler der Unis in Zürich und Freiburg legten die Auswertung der statistischen Daten vor. Mit knapp unter 100 Prozent wiesen die erprobten keramischen Implantate eine hohe Überlebensrate auf. Darüber hinaus ergab sich eine umfangreiche Stabilität in den Bereichen Knochenniveau und Weichgewebe.

Titan: Allergie ist nicht möglich, Unverträglichkeit dagegen schon

Ein weiteres Diskussionsthema auf dem PROSEC-Symposium war die Reaktion von Patienten auf Titan. Seit langem wird in der zahnmedizinischen Fachwelt kontrovers darüber debattiert. Die Teilnehmer des Symposiums wurden mit einem Vortrag über unterschiedliche Titanunverträglichkeitstests und deren klinische Bedeutung auf den neuesten Stand gebracht. Hyperreaktivität auf den Werkstoff Titan ist durchaus immer wieder festzustellen. Doch eine Allergie auf Titan konnte bisher in keinem Fall nachgewiesen werden. Dies ist kein Widerspruch, denn neben einer Allergie existieren noch andere Forman von Unverträglichkeiten.

Titanunverträglichkeitstests geben Auskunft

Mit einem Unverträglichkeitstest auf den Werkstoff Titan kann festgestellt werden, ob ein Patient auf Titan reagiert und in welchem Ausmaß. So lässt sich im Vorweg einer Implantationstherapie rechtzeitig klären, ob ein rein keramisches Implantat für den betreffenden Patienten anzuraten ist. Der entscheidende Punkt ist eine genetische Veranlagung zu Entzündungen. Das Immunsystem jedes Menschen reagiert individuell auf exakt denselben Reiz, und dies ist bedingt durch die jeweilige genetische Disposition. Der genetische Entzündungsgrad kann zwischen eins und vier liegen. Ergibt der Titanunverträglichkeitstest Grad vier, liegt ein deutlich erhöhter Entzündungsgrad vor, dem bei der Behandlung Rechnung getragen werden kann.